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„Weil es wichtig ist!“

Schwerpunkt lesen an der Mittelschule Miesbach

Es gibt Unterschiede im Verhalten und bei den Vorlieben zwischen Mädchen und Jungen. Diesen Befund können im Großen und Ganzen nicht nur Eltern bestätigen, die Söhne und Töchter bei sich aufwachsen sehen. Auch Lehrer im Fach Deutsch machen oft diese Feststellung. „Als ich meiner diesjährigen neunten Klasse im Fach Deutsch zu Schuljahresbeginn ankündigte, dass wir verstärkt im Unterricht lesen werden und jeder Schüler ein Buchreferat zu halten hat, hielt sich die Begeisterung dafür bei den Jungen sichtbar in Grenzen“, weiß Catrin Troppmann, Deutschlehrerin an der Mittelschule Miesbach und Lesebeauftragte Mittelschulen im Schulamtsbezirk Miesbach, hierzu zu berichten. Mädchen weisen im Allgemeinen eine höhere Affinität zu Büchern auf, sie lesen auch im Durchschnitt deutlich mehr in ihrer Freizeit. Deshalb erhofft sich Frau Troppmann vor allem bei den männlichen Schülern der Mittelschule Miesbach einen größeren Sprung nach vorne im Bereich Lesekompetenz und Lesemotivation, wenn das Lesen einen verbindlichen Schwerpunkt in möglichst allen Fächern an der Rudolf-Pikola-Mittelschule im Schuljahr 2019/2020 bildet.

Im diesjährigen Schwerpunktjahr Lesen sind einige Aktivitäten und Veranstaltungen bei uns geplant, um das gesteckte Vorhaben mit Leben zu erfüllen. In der Lehrerschaft bilden sich Teams für die Unter-, Mittel- und Oberstufe, die sich u.a. um die Materialsortierung und den Erfahrungsaustausch hinsichtlich der durchgeführten Maßnahmen zur Leseförderung kümmern. Ein herausragendes Ereignis im ersten Schulhalbjahr stellt dann der bundesweite Tag des Vorlesens dar. Dieser findet in diesem Jahr am Freitag, den 15.11.2019, statt und steht unter dem Motto “Sport und Bewegung“. Alle Klassen unserer Mittelschule werden daran teilnehmen. Die ersten Ideen für diesen Aktionstag reichen von Vorlesen im Kindergarten, Altenheim, Kinderstation Krankenhaus, Grundschule Miesbach bis zum öffentlichen Vortragen von Texten in Miesbacher Stadtcafes oder in der Stadt-bücherei. Zu Letzterem ist dann auch die Miesbacher Bevölkerung herzlich eingeladen. Vorankündi-gungen dazu sind dann zu gegebener Zeit der örtlichen Presse zu entnehmen. Weitere Vorhaben in diesem Kalenderjahr sind zum einen der bereits im 61. Jahr stattfindende Vorlesewettbewerb der sechsten Jahrgangsstufe der Mittelschule Miesbach Anfang Dezember. Dabei treten in der Schul-bücherei Miesbach pro Klasse drei Schüler an, um den besten Leser der Schule durch eine namhafte und kompetente Jury küren zu lassen. Zum anderen soll in der Vorweihnachtszeit in jeder Klasse die ersten 10-15 Minuten vorgelesen werden. Damit schafft man mit den richtigen Weihnachtstexten sicherlich auch eine schöne Einstimmung in die ´stade Zeit`. Darüber hinaus verwenden die Deutsch-lehrer an der Mittelschule Miesbach in ihrem Unterricht das webbasierte Programm Antolin, mit dem die Lesefähigkeit von Schülern gefördert werden soll. Kinder und Jugendliche wählen auf antolin.de einen Buchtitel, lösen dazu ein Quiz und verdienen sich Punkte. Antolin schafft somit Anreize zum Lesen. Die Verwendung dieses Programms hat sich durchgehend als Mittel der Leseförderung im Unterricht bei uns an der Schule bewährt. Abschließend muss man auch die verstärkte Zusammen-arbeit der Mittelschule mit der Stadtbücherei Miesbach in diesem Schwerpunktjahr Lesen erwähnen. So wird es auch eine dementsprechende Lehrerfortbildung des Kollegiums vor Ort geben und  Besuche mit Schülern in der Stadtbücherei stattfinden.

Getragen werden die diesjährigen verstärkten Bemühungen im Bereich Lesen von der Überzeugung, dass Lesekompetenz gleichzeitig Lebenskompetenz bedeutet. Menschen dürfen nicht beim Lesen und Verstehen von Vertragsbestimmungen oder wichtigen Schriftstücken scheitern. Deshalb ist auch die Vermittlung von Lesekompetenz von Kindesbeinen an zu fördern. Und darüber hinaus: Lesen unterstützt die Phantasie und regt Kinder an, selbstständig zu denken und sich eine eigene Meinung zu bilden.

Auch nach diesem Schuljahr 2019/2020 wird es an unserer Schule Kinder und Jugendliche geben, die nie oder nur selten von sich aus zu einem Buch greifen. Dies ist allen Lehrkräften bewusst. Nehmen wir aber exemplarisch den fiktiven Mittelschüler Hansi, der seit seiner Einschulung mit dem Lesen auf Kriegsfuß steht. Was wird Hansi von diesem Schwerpunktjahr Lesen positiv mitnehmen können? Dazu weiß Lehrerin Catrin Troppmann nicht nur für sich eine Antwort: „Ich hoffe, dass der Hansi weniger Angst vor dem Fach Deutsch hat, bei dem es auch um viel Text, um viel Lesen geht. Hansi tut sich allgemein leichter, weil er einfach besser lesen kann.“

Aufruf zur Bücherspende

Wir haben noch Platz in den Bücherregalen in der Schulbücherei.

Wäre dort nicht ein gutes neues Zuhause für deine nicht mehr benötigten Bücher?

Wenn Du gut erhaltene Kinder- und Jugendbücher abzugeben hast, bringe sie bitte zu den Öffnungszeiten in die Schulbücherei. Vielen Dank!