Interview mit Thomas Wörndl (Bundesfreiwilligendienst an der MS Miesbach)

Seit dem diesjährigen Schulbeginn ist Thomas Wörndl aus Wörnsmühl an der Mittelschule Miesbach beschäftigt. Er leistet hier ein Bundesfreiwilligenjahr ab. Um ihn der Schulgemeinschaft näher vorzustellen und seine Aufgaben im Schulalltag kennen zu lernen, haben wir ihn um ein Interview gebeten. Übrigens: Auch für das kommende Schuljahr 2017/18 sucht die Mittelschule Miesbach wieder einen jungen Erwachsenen, der im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes bei uns mitarbeiten will.

Thomas, stelle dich doch bitte erst einmal kurz vor. Damit wir wissen, wer du bist.

Mein Name ist Thomas Wörndl. Ich bin 18 Jahre alt und wohne in Wörnsmühl. Selber war ich auf der Realschule und besuchte danach die Fachoberschule. Meine Hobbys sind Fußballspielen, Radfahren und Freunde treffen.

Du bist ja mit deinen 18 Jahren noch sehr jung. Dann wird dies hier deine erste berufliche Tätigkeit sein. Oder hast du schon mal irgendwo arbeitsmäßig hineingeschnuppert?

Ich habe eine Zeit lang im Cafe Winklstüberl in Fischbachau geholfen. Und ich arbeitete eine geraume Zeit bei der Druckerei Mayr in Miesbach als Druckerhelfer.

Was hat dich dazu bewogen, ein Bundesfreiwilligenjahr zu machen?

Ich habe nach der 12. Klasse in der Fachoberschule gemerkt, dass bei mir die Luft irgendwo raus ist. Dass ich nicht mehr so motiviert bin. Deshalb habe ich mir gedacht, dass ich jetzt erst einmal was anderes machen muss als lernen und die Schulbank drücken. Dass du dann gut in das Studium starten kannst. Und dann hat sich das eben mit dem Bundesfreiwilligenjahr angeboten. Im Endeffekt war es dann meine Mutter, die mir vorgeschlagen hat, diese Chance wirklich zu ergreifen. Und deswegen bin ich darauf gekommen, so etwas zu machen.

Also du siehst es quasi auch als eine Phase des Durchatmens für dich. Wie bist du dann ganz konkret auf die Stelle bei der Mittelschule Miesbach gekommen?

Meine Mutter hat mich, wie bereits erwähnt, auf die Möglichkeit des Bundesfreiwilligenjahres hingewiesen. Daraufhin besorgte ich mir die Informationsbroschüre, in der die ganzen Standorte für das Bundesfreiwilligenjahr aufgelistet sind. Die habe ich dann durchgeschaut. Natürlich dabei geschaut, was räumlich in der Nähe liegt. Denn jeden Tag zum Beispiel nach München zu fahren, das wäre ja ein Unding. So bin ich auf das Stellenangebot der Mittelschule Miesbach gestoßen und war dann dort beim Bewerbungsgespräch mit Schulleiter Peter Müller und Konrektorin Martina Thrainer. Da war mir alles gleich sympathisch. Deswegen habe ich mich für diese Schule entschieden.

Es sind erst ein paar Wochen seit deinem Start an der Mittelschule Miesbach vergangen. Wie stellen sich deine bisherigen Aufgaben dar, wo wirst du überall eingesetzt?

Ich bin in der Verwaltung tätig. Das beinhaltet von Aussortierarbeiten im Archiv angefangen bis hin zur Organisation eines Busses für einen Schüler- oder Lehrerausflug viele Sachen. Bei der Betreuung der zwei Ganztagesklassen der 5. und 6. Jahrgangsstufe bin ich auch im Einsatz. Der Speisesaal muss für das Mittagessen vorbereitet werden, die von den Oberland-Werkstätten in Miesbach gelieferten Speisen in Empfang genommen werden. Nach dem gemeinsamen Mittagessen mit den Ganztagesschülern bin ich mit den Lehrern bei der Betreuung der Schüler draußen in der Mittagspause eingesetzt. Daneben sind es noch viele kleinere Aufgaben, die immer wieder anfallen und bei denen man gefragt wird. Bei Ausflügen und Klassenfahrten bin ich als Begleitperson dabei.

Was macht dir bislang am meisten Freude bei der Arbeit?

Das mit der Ganztagesbetreuung macht mir neben den Fahrten als zusätzliche Begleitperson schon sehr viel Spaß. Die Lehrer sagen es ja oft, aber man glaubt es ihnen mithin nicht, dass man von den Kindern und Jugendlichen immens viel zurückbekommt. Aber es ist wirklich so. Voraussetzung ist natürlich, dass man zu den Schülern selbst nett ist. Diese akzeptieren dann einen schnell und wollen dich dabei haben. Ja, ein sehr schönes Gefühl. Ich war auch schon Fußballtrainer im Jugendbereich in Wörnsmühl, von dieser Zeit kenne ich das auch noch.

Was erwartest du dir von diesem Jahr persönlich? Es stehen für dich auch noch regelmäßige externe Seminare im Rahmen dieses Bundesfreiwilligenjahres an.

Wie bereits gesagt will ich nach diesem ´Brückenjahr` studieren. Ich weiß zwar, in welche Richtung dieses Studium in etwa gehen soll. Aber ich erhoffe mir durch dieses soziale Jahr, dass ich mich noch besser orientieren kann. Dass ich noch mehr herausfinde, was ich wirklich machen will.

Stichwort Bundesfreiwilligenjahr. Du hast es jetzt schon ein bisschen kennen gelernt. Auch mit den Rahmenbedingungen, wie alles in diesem Jahr organisiert ist. Bist du damit zufrieden?

Ja, doch. Es sind ja auch einige Seminartage mit anderen Freiwilligendienstlern im Landkreis vorgesehen. Ist an sich keine schlechte Idee. Ist bei mir zwar etwas schwierig, alles zeitlich unter einen Hut zu bringen, da ich unter der Woche auch noch das Fußballtraining habe. Aber man lernt ja trotzdem etwas dazu in den Wochen, in denen man die Seminarveranstaltungen hat. Diese sind auf alle Fälle eine Bereicherung und dienen auch der Reflektion über sich selbst und die eigenen persönlichen Ziele.

Ganz frisch sind deine Eindrücke von der ersten Seminarwoche im Jugendhaus Josefstal. Wie war es für dich?

Die Seminartage waren gut konzipiert und interessant. Ein Schwerpunkt waren die rechtlichen Rahmenbedingungen, die meinen Dienst als Bundesfreiwilligendienstler betreffen. Es ist sinnvoll, dies am Anfang umfassend vermittelt zu bekommen. Alle Teilnehmer absolvierten auch einen Erste-Hilfe-Kurs. Hat mir Spaß gemacht, obwohl mein letzter wegen des Autoführerscheins noch nicht lange zurückliegt. Von Montag bis Freitag übernachteten wir vor Ort in Mehrbettzimmern. So lernte ich auch schnell die anderen ´Bufdis` im Landkreis Miesbach besser kennen. Ich erfuhr von ihnen, dass einige die gleiche Motivation wie ich zu diesem Jahr hatten. Sich also noch einmal Zeit zu lassen, um zu sehen, was man beruflich später machen will. Aber es gab auch Leute bei uns, die bereits wussten, dass sie einmal Lehrer, Sozialpädagoge oder Erzieher werden wollen. Und mit Hilfe dieses Jahres in den Bereich schon mal hinein schnuppern können.

Was schwebt dir für deine berufliche Zukunft so vor?

Im Moment ist es so, dass ich etwas im Wirtschaftsbereich studieren will. Mit dem Ziel, dann in der freien Wirtschaft zu arbeiten und nicht im öffentlichen Dienst. Das Studium soll auf alle Fälle etwas mit Wirtschaft zu tun haben. Auch weil ich seit der 7. Klasse das Fach Wirtschaft hatte und dieses mir viel Spaß bereitete.

Verrätst du uns noch, wo du deine persönlichen Stärken siehst. Und was eine kleinere Schwäche von dir ist?

Ich arbeite unglaublich gerne mit anderen Leuten zusammen. Auch mit Kindern und Jugendlichen. Zudem bin ich auch relativ selbstbewusst, würde ich jetzt einmal von mir behaupten. Demgegenüber fällt es mir noch schwer, vor eine ganzen Klasse zu stehen und zu reden. Weil dann ein gewisses Unwohlsein bei mir aufkommt. Alle schauen auf dich und erwarten etwas von dir. Da bin ich dann noch nervös.

Wenn es dich tröstet, dann kann ich dir verraten, dass es vielen so geht. Es ist doch eine ungewohnte Situation, vor einem Publikum zu stehen. Letzte Worte von dir: Willst du noch etwas zum Ende dieses Interviews loswerden?

Ich hoffe, dass es das ganze Schuljahr so gut weitergeht und dass es noch ein paar lustige und spannende Erlebnisse gibt. Und dass weiterhin alles so passt, wie es im Moment ist.

Bild unten: „So heiter im Trainingsraum der Schule? Doch, weil es nur um einen Fototermin geht: Unser diesjähriger Bundesfreiwilligendienstler Thomas Wörndl.“

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